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China werde sich im Laufe des Jahres mehr und mehr wieder öffnen. Bislang seien in China noch viel zu wenig über 60Jährige geimpft, so dass die Öffnung nur kontrolliert erfolgen könne. Das sagte der Botschafter der VR China bei seinem ersten offiziellen Treffen mit dem Präsidium der ADCG vergangene Woche in Berlin.

 

Eingeladen hatte der Botschafter und so traf man sich bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen in seiner Residenz. Ein Themenschwerpunkt war die strikte Null-Covic-Politik der chinesischen Regierung, die unter anderem dazu geführt hat, dass viele deutsch-chinesischen Freundschaftsgesellschaften ihre Aktivitäten teilweise auf Null heruntergefahren fahren mussten. „Unsere Mitgliedsgesellschaften leben von Präsenz-Begegnungen, von regelmäßigen gegenseitigen Besuchen, unterstrich Vizepräsident Felix Kurz die Bedeutung des permanenten persönlichen Austauschs. Und Georg Türk betonte, dass „neben den zwischenmenschlichen auch die geschäftlichen Beziehungen sehr gelitten haben“.

 

Botschafter Wu Ken warb gegenüber dem Präsidium für Verständnis in der aktuellen Lage. Zudem habe China bereits die Quarantänezeit für Besucher aus dem Ausland verkürzt. Auch die Erteilung von Visa, insbesondere für Familienangehörige, Geschäftsleute und Berufstätige, die in der Volksrepublik arbeiten wollen, wurde bereits erleichtert. Im kommenden Jahrwerde sich vieles wieder normalisieren, so der Botschafter. Chinas Interesse sei nach wie vor mit allen Ländern gute Beziehungen zu pflegen. Deutschland spiele dabei allerdings eine besondere Rolle. 

 

Präsident Johannes Pflug lud den Botschafter zur in diesem Jahr in Freiburg am 30. Oktober stattfindenden zentralen Feier anlässlich des 50jährigen Jubiläums der deutsch-diplomatischen Beziehungen ein. WU Ken sagte seine Beteiligung zu.

 

 

 

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Es ist ein erstes positives Zeichen. Zumindest für die zentrale Feier zum 50-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen Ende Oktober in Freiburg will das Auswärtige Amt (AA) dafür Sorge tragen, dass dazu eingeladene Gäste aus China auch ein Visum für Deutschland erhalten.


Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen dem Präsidium der ADCG und den zuständigen AA-Mitarbeitern vergangene Woche in Berlin. ADCG-Präsident Johannes Pflug zeigte sich erleichtert, denn in den vergangenen Jahren gab es kaum noch Visa für chinesische Gäste. Begründet wurde diese Praxis durch die rigide Corona-Politik der Volksrepublik China, die ihre Landesgrenze nicht nur für alle Touristen, sondern für nahezu alle Besucher geschlossen hatte.
Mittlerweile lockert China sowohl die Voraussetzungen für die Visavergabe als auch die Quarantäneregeln. Dennoch sind diese für viele, insbesondere für Businessreisende nach wie vor schon aus Zeitgründen kaum zu erfüllen.

Die ADCG kritisierte vor allem aber die restriktive Handhabung bei der Vergabe von Visa für Austauschstudenten, Austauschschülern und Kulturgruppen. „Viele Kontakte sind regelrecht abgerissen“, sagt ADCG-Vizepräsident Felix Kurz.


Weil für alle Freundschaftsgesellschaften die persönlichen Kontakte und Begegnungen auf der zivilgesellschaftlichen Ebene gekappt wurden, forderte das ADCG-Präsidium bei seinem Besuch im AA, dass die deutsche Seite ihre Blockadehaltung aufgeben müsse und Visa unabhängig von der Praxis der chinesischen Behörden wieder erteilen soll.

„Wir müssen den Austausch, die Kommunikation, die wirtschaftlichen Kontakte und das Verständnis zwischen den Menschen unserer beiden Länder wieder in Gang setzen und genau deshalb brauchen wir auch wieder eine offenere Visapolitik“, forderte Vize-Präsident Georg Türk.


Hier allerdings blockten die Vertreter des AA. Sie beriefen sich auf die „ so genannte Philosophie der Reziprozität“. Solange China seine Grenzen nicht für alle öffnen werde, sei auch die Bundesregierung nicht bereit die Visa-Praxis für Chinesen zu ändern. Für bestimmte Anlässe wie etwa das 50jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen unseren Ländern sei man allerdings bereit, dafür zu sorgen, dass die Visa zu erteilt werden.

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Ein Artikel, der die Situation in China gut, kurz und bündig auf den Punkt bringt:

- ...  "Werden nicht gerade Länder, die auf den „richtigen Impfstoff“ gesetzt haben, immer wieder von Infektionswellen überrollt? " ...

- ... Während andere Länder mit zweiten, dritten und vierten Wellen zu kämpfen hatten, genossen die Chinesen schon ab April, spätestens Mai 2020 ein relativ unbelastetes Leben. ...

- ... "Hobby-Virologen in Deutschland und anderswo sind seit dem Shanghai-Lockdown schnell dabei, diese Strategie Chinas zu verdammen und als gescheitert zu erklären." ...

- ... "Erkrankt nur ein Prozent der chinesischen Bevölkerung so schwer, dass eine Krankenhauseinweisung notwendig wird, müssen immerhin 14 Millionen Intensivbetten verfügbar sein. 14 Millionen." ...

- ... "Die gute Nachricht steckt in den Wirtschaftszahlen, die vor wenigen Tagen veröffentlich wurden." ...

Zum Artikel: https://www.investmentplattformchina.de/der-falsche-impfstoff/

 

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Dr. Matthias Niedenführ*: Exzellenter Beitrag in der Frankfurter Allgemeine Zeitung der sinologischen Kollegen Gunter Schubert (Tübingen) und Björn Alpermann (Würzburg), die sich gegen moralischen Rigorismus in der China-Debatte wehren.

 

Einige hiesige China-Experten, die zudem oft nicht unbedingt empirisch arbeiten, werfen den #Sinologen in Deutschland vor, wissenschaftliche Kontakte mit #China aufrecht zu erhalten, was derzeit moralisch nicht haltbar sei.

 

Schubert und Alpermann entgegnen: "Insgesamt stellen wir ein unbegründetes Misstrauen in die Selbstregulierungskapazitäten der deutschen #Chinaforschung fest, nebst einer erstaunlichen Arroganz derer, die sich den Herausforderungen von empirischer Forschung in China gar nicht erst stellen und lieber lautstark nach Abschottung und normativem Purismus verlangen."

 

Sie fordern: "Wer Wissen über China vermitteln will, braucht Daten aus erster Hand. Dafür ist der Zugang zum Land unerlässlich. Es ist die gegenüber der Öffentlichkeit bestehende Verpflichtung eines jeden Hochschullehrers als aus Steuermitteln alimentierten Experten, empirisch gesichertes Wissen über China zu schaffen, und zwar am besten durch eigene Anschauung und Analyse."

 

Dem schließt sich Dr. Matthias Niedenführ ausdrücklich an! Als Wissenschaftler müssen wir den Zugang zu empirischen Daten in China erhalten, denn nur so können wir faktenorientiertes Wissen über diese Land, seine Menschen und Soziologen-ökonomische Entwicklung schaffen, die wiederum der deutschen Öffentlichkeit und den Entscheidern in Wirtschaft und Politik helfen.

 

Dies ist in der derzeitigen Lage zunehmend schwierig. China bleibt durch seine #ZeroCovid Politik weitgehend verschlossen. Unsere Studenten können seit fast drei Jahren nicht nach China, um sich ein eigenes Bild zu machen. Wir erleben #mutualselectivedecoupling zwischen China, Europa und den USA, in dem der Wissenschaftsaustausch erheblich erschwert ist. Beiderseitig wird die Rhetorik immer harscher, werden vertraute Beziehungen zunehmend belastet. Als Brückenbauer müssen wir die Kontakte aufrecht erhalten, ohne weder Apologeten Chinas noch Kulturkrieger des Westens zu werden.

 

Zum Artikel (Paywall): https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/chinaforschung-sinologen-wehren-sich-gegen-konformismusvorwurf-17859757.html

 

Quelle: FAZ | Björn Alpermann und Gunter Schubert | 11.03.2022

*Dr. Matthias Niedenführ, China Business Culture Experte | GründungsVize-Director China Centrum Tübingen | Professor China Wirtschaft&Ethik | Mitbegründer ThinkIN China



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Noch vor Beginn der Winterspiele 2022 in Peking haben deutsche Medien erschreckende Informationen über China als Gastland zutage gefördert. Durch investigativen Journalismus wurde schon vorab klargestellt, dass die diesjährigen Olympischen Spiele eigentlich zum Scheitern verurteilt sind. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Beijing Olympics 2022 – das sind bisher die größten Winterspiele-Skandale.

Es ist wieder so weit. China darf ein internationales Großevent organisieren und Medien weltweit beobachten das Land genauer denn je. Natürlich lesen sich bei dieser Gelegenheit einige Journalistinnen und Journalisten erstmals tiefer in die Chinathematiken ein. Außerdem möchten Verlage und Medienhäuser in den heutigen Click-getriebenen Zeiten spannende Überschriften liefern. Was dabei herauskommt, schauen wir uns etwas näher an. Vorsicht: Satire-Gefahr!

Peking 2022 und die Winterspiele-Skandale

1. Unerhört! China führt die Winterspiele trotz Covid-19 durch

Das ist wirklich unglaublich. Wie kann das Land es wagen, ein Großevent durchzuführen, wo doch alle anderen Sportnationen seit zwei Jahren auf jegliche Wettkämpfe verzichten. Bundesliga? Champions League? Komplett abgesagt! Stadien? Leergefegt!

Auch internationale Autorennen und Tennisturniere wurden bekanntlich auf unbestimmbare Zeit und ausnahmslos eingestampft. China muss aber wieder aus der Reihe tanzen. Was ein freches Land! Vgl. So macht Olympia keinen Sinn!

2. Unglaublich! China schützt alle mit knallharten Maßnahmen

Noch so ein Skandal: Erst will das Reich der Mitte unbedingt die Winterspiele durchführen und dann ist es auch noch extrem streng mit seinen Schutzmaßnahmen. Anstatt alle Athletinnen und Athleten zum engen Austausch mit der Bevölkerung einzuladen, werden die Teilnehmenden zum eigenen und Schutze anderer isoliert. Von den vielen Tests ganz zu schweigen.

Selbst das kleine Dänemark hat doch die Corona-Pandemie schon beendet. Warum hinkt die Großmacht China da jetzt so hinterher? Sogar in Restaurants soll das Personal Schutzkleidung tragen – da kommt doch keine Stimmung auf! Vgl. Winterspiele in der Null-Covid-Blase.

3. Skandal, Peking will mit Winterspielen sein Image aufbessern

Als wäre das alles nicht genug, haben investigative Berichterstattende noch eine brisante Wahrheit mehr ans Tageslicht befördert. China will offensichtlich die Olympischen Spiele nutzen, um sein globales Image zu verbessern. Das schießt den Vogel natürlich ab!

Historisch sind die Spiele ja dafür gedacht, das Gastgeberland im möglichst schlechten Licht darzustellen. Der Gastgeber hat das durch eine schlechte Organisation und möglichst hässliche Maskottchen zu unterstützen. China bricht aber wieder mit der Tradition und versucht, möglichst nett zu erscheinen. Eiskaltes Kalkül… Vgl. Die Weltmacht macht auf niedlich

4. Schande! China will unbedingt die meisten Medaillen gewinnen

Zahlreichen Leserinnen und Lesern wird jetzt schon der Kopf brummen. Aber es geht noch weiter. Hochkarätiger Qualitätsjournalismus hat nun bestätigt, was sich vorab keiner hätte träumen lassen. Offenbar ist es wohl so, dass China nicht nur als Gastland gut dastehen möchte, sondern es auch auf möglichst viele Medaillen abgesehen hat.

Der unausgesprochene Olympia-Kodex besagt seit Jahrtausenden eigentlich, dass das Gastland tunlichst auf Medaillen verzichten solle, gerade auf goldene. Müsste es China als Land der Höflichkeit und Bescheidenheit nicht besser wissen? Vgl. Das Milliardenvolk hofft auf viele Medaillen

Das alles zeigt, dass die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking die wohl skandalösesten aller Zeiten werden könnten, nein, vielleicht sogar schon am ersten Tag sind!

Winterspiele-Skandale erinnern an „China-Bashing“ von 2008

Jetzt muss aber der (traurige) Spaß kurz beiseite. Wer sich an die Olympischen Sommerspiele in China von 2008 erinnert, dürfte einige der aktuellen Schlagzeilen als Déjà-vu erleben. Schon damals kam es zu großer Kritik am Gastgeberland, die später auch als „China-Bashing“ beschrieben wurde.

Ein Großteil der kritischen Kommentare war zwar nicht unbegründet, kam aber häufig aus der journalistischen Konserve und trug eurozentrische Züge. Das lag auch daran, dass manche Journalistinnen und Journalisten erstmals über das Reich der Mitte berichten sollten. Nur hatte sie davon eigentlich wenig bis gar keine Ahnung (vgl. Heinrich Böll Stiftung).

Winterspiele-Skandale – plötzliche Entrüstung und reißerische Überschriften

Bei der bisherigen Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele 2022 darf man sich hier und da wieder etwas wundern. Zum einen scheinen nicht wenige Autorinnen und Autoren zum ersten Mal zu realisieren, dass man (aus westlicher Sicht) in China einiges kritisieren kann. Kritik ist gut und wichtig, aber warum muss es immer erst ein Großevent in China geben, damit sich Menschen mit dem Land näher befassen?

Zahlreiche Überschriften, die zurzeit das Alltägliche in Winterspiele-Skandale umwandeln, erscheinen teils lächerlich reißerisch. Überrascht es wirklich jemanden auf Autoren- oder Leserseite, dass China sich mit dem Großereignis bestmöglich in Szene setzen möchte? Dass man die eigenen Landsleute weit oben auf dem Treppchen sehen will? Dass die Spiele natürlich als diplomatisches Instrument dienen? Falls ja, dann noch eine Frage: Unter welchem Stein haben diese Menschen zuletzt gelebt?

Zielführende Kritik und interkultureller Dialog

Vieles läuft in China nicht gut. Im Westen gibt es umso mehr gute Gründe, das Land zu kritisieren. Wer jedoch mit seiner Kritik auch etwas erreichen möchte, sollte sie strategisch sinnvoll einsetzen. In China werden ausländische Stimmen, die von ehrlichem Interesse und echter Expertise geprägt sind, durchaus gehört.

Westliche Medien, die China per se immer als schlecht(er) beschreiben, werden im Reich der Mitte aber kaum Gehör finden. Selbst im Westen dürfte sich eine kritische Leserschaft, die ja die Zielgruppe kritischer Berichterstattung sein sollte, langsam fragen: Irgendetwas muss im verfluchten Land der Winterspiele-Skandale doch auch gut laufen, oder!?

 

Mit freundlicher Genehmigung (zur Veröffentlichung auf der ADCG e.V. Webpage) von Jonas Polfuß, China-Wiki.de (März 2022)

https://china-wiki.de/olympische-winterspiele-skandale-berichterstattung-2022/

Die ADCG e.V.

Die ADCG e.V. ist die Dachorganisation Deutsch-Chinesischer Gesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland für China auf allen Ebenen, insbesondere in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Jugend und Sport.

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