Veranstaltungen

ADCG und Mitglieder

Putaojiu – Weinkultur in China
Dienstag, 8. März 2022, 18:00

 

Prof. Dr. Peter Kupfer

Landesmuseum der GDKE, Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz

Dienstag, 8. März 2022, 18 Uhr: Putaojiu – Weinkultur in China

Dienstag, 3. Mai 2022, 18 Uhr: Baijiu – Destillation in China

Einlass nur mit gültiger Einlasskarte; es gelten die 2-G-Regeln

Kartenbestellungen ab 01.02.2022 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Univ.-Prof. Dr. Peter Kupfer Oktober 2012 CURRICULUM VITAE Peter Kupfer, Jahrgang 1946. Studium der Sinologie, Malaiologie, Japanologie und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Universität Bonn. Diplome für Indonesisch (1972) und modernes Chinesisch (1974). 1979 Promotion und 1990 Habilitation in Sinologie. Seit 1980-2012 Lehrtätigkeit am Arbeitsbereich Chinesische Sprache und Kultur des Fachbereiches Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (ehemals FAS/FASK) der Universität Mainz in Germersheim, ab 1998 Professor und bis 2012 Leiter des Arbeitsbereiches. 2001-2003 Dekan des FASK. Forschungsarbeiten, Projekte und Tagungen zur Linguistik und Didaktik des Chinesischen sowie zu Kultur und Gesellschaft des modernen China, neuere Schwerpunkte: Judentum in China, Weinkultur Chinas, Kultur der Seidenstraße. 1984-2009 Herausgeber der Zeitschrift CHUN (Chinesischunterricht). 1991-2011 Mitherausgeber der Schriftenreihe SinoLinguistica. Seit 1981 etliche Lehr-, Forschungs-, und Vortragsreisen und -aufenthalte in China, Singapur, Japan und Zentralasien. Bis 2008 1. und 2. Vorsitzender des Fachverbandes Chinesisch e.V. und Vizepräsident der International Society for Chinese Language Teaching. Seit 1983 (Mit-) Organisation von rund 30 regionalen, nationalen und internationalen Tagungen zur chinesischen Sprache und Kultur. 2000 Verleihung des ersten Freundschaftspreises für Sprache und Kultur der VR China. 2012 Verleihung des Friedhelm-Denninghaus-Preises des Fachverbandes Chinesisch für besondere Leistungen und Verdienste in der Förderung des Chinesischunterrichts im deutschsprachigen Raum. Mehrere Gast- und Honorarprofessuren sowie Beraterfunktionen an Universitäten der VR China und Hongkongs. Zahlreiche internationale Aktivitäten in den Bereichen Chinesisch als Fremdsprache sowie Gesellschaft und Kultur Chinas. Neuere Buchpublikationen als Herausgeber: Youtai – Presence and Perception of Jews and Judaism in China. (Frankfurt/M. u.a.: Peter Lang 2008) und Wine in Chinese Culture – Historical, Literary, Social and Global Perspectives (Berlin: Lit Verlag 2010)

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Donnerstag, 04.06.2020 - 03:00
 
 4 min

Der Weg zum Wein-Weltmarktführer

Der Sinologe an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, Dr. Peter Kupfer, hat ein Buch über seine Forschung zur Geschichte der Önologie in China geschrieben.

Von Eric Scherer

 

Peter Kupfer in einer Wildrebenanpflanzung in Südchina. Foto: Peter Kupfer

Peter Kupfer in einer Wildrebenanpflanzung in Südchina. (Foto: Peter Kupfer)

 
 
 
 
 
RHEINHESSEN - Im Wein liegt nicht nur die Wahrheit. Die Entwicklung der gesamten menschlichen Zivilisation ist untrennbar mit vergorenem Rebensaft verbunden, genauer: seiner Wirkung auf den menschlichen Geist. Dieser Überzeugung ist Prof. Dr. Peter Kupfer aus dem vorderpfälzischen Lingenfeld. Und zu ihr gelangt ist der 74-Jährige nicht durch intensive Verkostung von Erzeugnissen der Südlichen Weinstraße, sondern nach jahrzehntelangen Studien, in denen er sich außer mit Önologie ausführlich auch mit Geschichte, Kultur, Anthropologie und Archäologie beschäftigte. Und dabei eben nicht in pfälzischen Weinkellern, sondern in den Weiten Chinas forschte, dem Land, dem sich der Sinologe sein gesamtes Berufsleben hindurch widmete. In seinem Buch „Bernsteinglanz und Perlen des Schwarzen Drachen: Die Geschichte der chinesischen Weinkultur“ stellt Prof. Dr. Kupfer nun „den künftigen Weltmarktführer in Sachen Wein“ vor – auch das ist seine feste Überzeugung.
Die „Initialzündung“ für seine Recherchen löste ein Ereignis im Jahr 2004 aus. Der Archäologie Patrick McGovern entdeckte in der nordchinesischen Provinz Henan Gefäßüberreste, die aus der Zeit um 7000 vor Christus stammten. Analysen ergaben, dass sie einst ein Getränk aus fermentierten Weintrauben, Reis, Honig und Pilzen enthielten. Etwas Alkoholisches also, das sich freilich nicht unbedingt als „Wein“ bezeichnen lässt – „McGovern nannte es einen jungsteinzeitlichen Grog“, schmunzelt Kupfer.
 
 
Er selbst war bereits seit 1980 als Sinologe an der Johannes Gutenberg Universität Mainz tätig, im Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft, der in Germersheim angesiedelt ist. Seine Leidenschaft für China hatte er mit Anfang 20 entdeckt, auf einer Asienrundreise in den späten 1960er-Jahren. Also in den Zeiten der Studentenunruhen, in denen sich auch viele junge Deutsche für die Ideen Mao Tse-tungs begeisterten. „Mich haben sie ebenfalls fasziniert, aber nie so mitgerissen wie meine späteren Kommilitonen“, erinnert sich Kupfer. Er vertiefte sich lieber in die Sprache, aber auch die Geografie, Kultur und Geschichte Chinas.
Am Rande seiner Lehrtätigkeit widmete er sich zunächst der Seidenstraße, die über Jahrhunderte hinweg einen einzigartigen Waren- und Kulturaustausch zwischen Eurasien und China ermöglichte. Dass sich die Einheimischen beispielsweise so zuprosteten, „wie es schon vor 3000 Jahren in den Regeln für Gastfreundschaft festgeschrieben war“, fiel dem Forscher ebenso auf – und fand schon früh in ersten Aufsätzen Erwähnung.
Patrick McGovern begegnete Kupfer 2006 in Germersheim, im Rahmen einer Konferenz, in dem sich Wissenschaftler über das moderne China austauschten. Dabei knüpfte der Professor etliche weitere Kontakte, mit deren Hilfe seine Idee, die Weinkultur im Land des Lächelns umfassend in Buchform darzustellen, zunehmend konkreter Gestalt annahm. Ab 2012 bereiste Kupfer China in allen Himmelsrichtungen, besuchte archäologische Fundorte und Forschungsinstitute, Universitäten, Museen und Weinanbaugebiete, historische wie moderne. „Schon Marco Polo berichtete im 13. Jahrhundert von gewaltigen Weinbergen in der Region Taiyuan. In unseren Breiten glauben viele immer noch, die habe er erfunden – ich habe sie mit eigenen Augen gesehen. Dort sieht es aus wie bei uns in der Vorderpfalz.“
 
 
 
Unvergessen geblieben ist ihm auch eine Begegnung mit katholischen (!) Mönchen in der Grenzregion zum Tibet. „Sie bauen Rose Honey an, eine ursprünglich französische Rebsorte, die es heute nur noch an diesem Ort gibt. Ein ganz vorzüglicher Rotwein.“ Und ein Erlebnis, das ihm einmal mehr die enge Verbindung zwischen Alkohol und Religion vor Augen führte. Denn spirituelle Erfahrungen gingen seit jeher mit rauschhaften Genüssen einher. Im China der Zhou-Dynastie um 1100 vor Christus etwa herrschte die Vorstellung, „dass Alkohol ein kosmisches und universelles Phänomen ist, welches seinen Ursprung im Himmel hat.“
Die modernen Zeiten in Chinas Weinbau begannen im Jahr 1892, als der weitgereiste Diplomat Zhang Bishi in Yantai einen Winzerbetrieb eröffnete, der heute unter dem Namen Changyu der größte Weinhersteller des Landes ist. Seit den 1980er-Jahren wird Weinbau in China wieder stärker gefördert. 1994 entstand in Yangling Chinas erstes akademisches Forschungs- und Lehrinstitut für Önologie.
Auch bei den Konsumenten wächst die Nachfrage nach edlem Rebensaft. „Bislang tranken nur die Eliten guten Wein, wobei Importerzeugnisse aus Bordeaux als Prestigeobjekte galten. Mittlerweile aber hält er auch im Mittelstand Einzug.“ Wenngleich die jungen Leute im Moment noch viel zu oft nach Produkten aus der Fremde greifen – „welch spannende Entdeckungen sie in der eigenen Heimat machen können, hat sich noch nicht herumgesprochen“.
Angesichts der möglichen Absatzpotenziale in In- und Ausland sowie den vielfältigen klimatischen Möglichkeiten, die sich in der Weite des Landes bieten, seien die Weichen allerdings schon gestellt, dass China in den nächsten zwei, drei Jahren zum Wein-Weltmarktführer mutiert. Prof. Dr. Peter Kupfer, mittlerweile emeritiert, wird die Entwicklung mit Interesse verfolgen. Und dabei auch mal einen Muskateller aus seiner vorderpfälzischen Heimat genießen.
 
 

Die ADCG e.V.

Die ADCG e.V. ist die Dachorganisation Deutsch-Chinesischer Gesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland für China auf allen Ebenen, insbesondere in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Jugend und Sport.

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